Mittwoch, 5. November 2008

Spontanes Gesamtschultreffen

Hallo,

die Wahl in den USA scheint entschieden zu sein. Mal sehen, was uns dieser Wechsel bringt.

Von Vang Vieng aus bin ich ueber eine desolate Passstrasse zur Ebene der Tonkruege gefahren. Der Name ist irrefuehrend, in Wirklichkeit sind diese Kruege aus Stein. Seit 2000 Jahren stehen sie zu Hunderten dort, man weiss aber nicht, wozu sie angefertigt und aufgestellt wurden.

Im Vietnamkrieg wurde diese Gegend so stark bombardiert wie keine andere. In etlichen Guesthouses erinnert Kriegsschrott daran. Auf meinem Balkon gab es zwei Blumenkaesten, die jeweils von einer halben Bombe gebildet wurden. Weiterhin standen dort ein MG, diverse Helme usw. Man kann das als Mahnung ansehen, trotzdem hinterliess diese Art von "Dekoration" bei mir ein zwiespaeltiges Gefuehl.

Die USA setzten vor allem Streubomben ein, so dass sich noch immer unzaehlige kleine Sprengkoerper im Boden befinden. Noch 2005 kamen ueber 100 Menschen dadurch zu Tode. Immer wieder kommt es dadurch zu Unfaellen, dass Einheimische versuchen, die Bomben auf eigene Faust zu entschaerfen und das Metall dann an vietnamesische Schrotthaendler zu verkaufen. Damit Fundorte ueberhaupt gemeldet werden, wendet man jetzt folgendes Verfahren an: wer eine Bombe meldet, erhaelt nach Entschaerfung das Metall zurueck.

Seit dem 1. November bin ich jetzt in Luang Prabang. Hatte es auf der Ebene der Tonkruege nur wenige Reisende gegeben, so bin ich hier wieder mitten im Gewuehl. Es hatte sogar eine Halloween-Party gegeben.

Dennoch ist der Ort sehr reizvoll:



Er liegt auf einer Halbinsel, die von den Fluessen Mekong und Nam Khan gebildet wird. In der Mitte der Stadt gibt es einen Huegel mit einem goldenen Tempel, von wo aus man eine wunderbare Aussicht hat. Im Zentrum gibt es zahlreiche weitere Tempel, ausserdem steht die ganze Innenstadt unter Schutz, so dass die franzoesische Kolonialarchitektur erhalten geblieben ist und auch bei den vielen Hotelneubauten als Gestaltungsrichtschnur gilt.

Morgens um sechs ziehen Hunderte von Moenchen durch die Stadt und nehmen Nahrungsspenden der Glaeubigen entgegen. Natuerlich war auch ich dort, aber nicht allein. Es wurden ganze Busladungen von Touristen in die Stadt gefahren. Darunter sind natuerlich auch welche, die mit Blitzlicht fotografieren, den Moenchen die Kamera direkt vor die Nase halten oder selbst eine Portion Klebreis und Bananen kaufen, um sich in die Reihe der Spender knien und von dort aus fotografieren zu koennen.

Gestern kam es dann zu einem ueberraschenden Treffen mit dem Kollegen Juergen von der Gesamtschule Haspe. Ich kannte ihn bisher nicht persoenlich, sondern wusste nur, dass auch er in Laos unterwegs ist. Zufaellig sassen wir zur gleichen Zeit im gleichen Cafe. Wir bedauerten, dass niemand von der GE Eilpe erschien, und verbrachten dann einen schoenen Tag an einem Wasserfall:



Heute habe ich einen Ausritt auf einem Elefanten durch eine Teakplantage unternommen, morgen geht es den Mekong aufwaerts nach Houay Xay und dann auf eine Trekking-Tour. Ich weiss nicht, wie es dort oben mit dem Internet aussieht. Kann also eine Weile dauern, bis es Neuigkeiten von mir gibt.

Beste Gruesse

Hans

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