Sonntag, 13. März 2016

Cienfuegos 2

Cienfuegos ist erst 198 Jahre alt. Es wurde von französischen Siedlern gegründet, die Haiti nach den dortigen Sklavenaufständen verlassen hatten. Wie schon vor 30 Jahren ist es immer noch die gepflegteste Stadt, die ich in Kuba kenne.

Heute Morgen böses Erwachen: Handy und Uhr zeigten unterschiedliche Zeiten. Auch in Kuba gibt es Sommerzeit, und die beginnt bereits heute. Gut, dass ich den Handywecker gestellt hatte, sonst hättte ich womöglich meinen Bus verpasst.

Wach geworden wäre ich auf jeden Fall, und zwar vom einsetzenden Hufgetrappel. Auch hier wird ein erheblicher Teil des ÖPNV mit Kutschen abgewickelt, was inzwischen weltweit einzigartig sein dürfte.

Auf der Rückfahrt vom hiesigen Monumentalfriedhof kam ich soeben durch ein größeres Neubaugebiet. Nach Auskunft des Taxifahrers sozialer Wohnungsbau für Staatsbedienstete (Ärzte, Militärpolizei) und Menschen ohne Einkommen. Privathäuser können inzwischen gekauft und verkauft werden, auch das eine der Reformen v on 2011.

Gestern war ich an einem 10km entfernten Hotelstrand. Trotz aller Warnungen bin ich mit dem öffentlichen Bus gefahren - einem umgebauten chinesischen Lkw. War eng, ging aber schnell.

Das Hotel wurde offensichtlich vorwiegend von allein reisenden älteren Herren aus dem nördlichsten Staat des Kontinents bewohnt (sog. Einer-Kanadier). Einige waren in Begleitung junger einheimischer Damen. Fast alle hatten eine Thermostasse mit Deckel dabei. Damit gingen sie in regelmäßigen Abständen zur Bar und holten Cocktailnachschub.

Leider werden noch immer keine Schnorchelausflüge angeboten, weil es zu windig ist.

Bevor ich hierher kam, war ich für einen Nachmittag in Trinidad. Diese schöne Kolonialstadt kannnte ich von früher, inzwischen ist sie leider völlig überlaufen.

Auf der Fahrt dorthin kam ich mit meiner argentinischen Sitznachbarin ins Gespräch. Beim Stichwort Deutschland fielen ihr als erstes die Toten Hosen ein. Die seien in Argentinien äußerst populär (“manía nacional“). Sie wusste zu berichten, Campino habe sich ein Tattoo des Tangokönigs Carlos Gardel auf den linken Oberarm stechen lassen. Vermutlich ist dem treuen Leser in Düsseldorf ja eher das Motiv geläufig als der Gestochene....

Mein nächstes Ziel ist die Schweinebucht. Wie es dort mit dem Internet aussieht, weiß ich nicht. Es kann also sein, dass ich ein paar Tage nichts von mir hören lasse.

Beste Grü,ße und -soweit es zutrifft - viel Vorfreude auf die Osterferien!
Hans





Samstag, 12. März 2016

In Cienfuegos

Diesen Bericht beginne ich auf der Dachterrasse des Palacio del Valle in Cienfuegos. Vielleicht gibt es in der Neuen Welt kein anderes Gebäude, das derart konsequent in maurischem Stil gehalten ist. Über die weite Bucht blickt man auf die Reaktorkuppel des sowjetischen Atomkraftwerks, das zum Glück nie fertig geworden ist.

Seit Tagen herrscht ein starker Sturm aus Osten. Wenn das so bleibt, werden die geplanten Tage am Strand kein Vergnügen.

Auch 2016 gibt es noch Orte, an denen Schlange gestanden wird. Das sind die Läden, wo die wenigen noch auf Bezugsschein vergebenen Lebensmittel verkauft werden; Haltestellen auf dem Land, Eisdielen, dann Banken und die Verkaufsstellen für Prepaidkarten für Handy und Internet. Es heißt, dass das Leben teuer geworden ist. Mit Monatslöhnen von 20 € und Renten, die manchmal unter 10 € liegen, kommt man nicht weit, wenn nur noch wenige Lebensmittel zu festgesetzten Preisen verkauft werden.

Apropos Internet: Das wurde bisher nur in einer Unterkunft angeboten. Üblicherweise wartet man auf einen freien Platz in den Büros der Telefongesellschaft, oder man kauft eine Prepaidkarte und setzt sich mit seinem Gerät auf den Hauptplatz. Dort gibt es immer Wifi. Die Kinder haben hier natürlich noch keine Handys. Sie können sich noch darüber freuen, in einer Ziegenkutsche um den Platz zu fahren, im Karussell zu sitzen oder einfach einen Wettlauf um den Platz zu veranstalten.

Abschließend ein paar Impressionen aus dem wunderschönen Kolonialort Remedios, wo die touristische Entwicklung zum Glück erst am Anfang steht. Seit dem Johannistag 2015 ist Remedios die achte Stadt in Kuba, die mehr als 500 Jahre alt ist.

Bisher war ich in fünf Orten, wo ich jeweils eine Privatunterkunft vorreserviert hatte - so meinte ich jedenfalls. Nur in Havanna aber war ich tatsächlich im ausgewählten Zimmer. In allen anderen Fällen wurde ich weitergereicht, weil das Zimmer durch mehr oder weniger phantasievoll ausgedachte Problemfälle belegt war: Pass nicht in Ordnung, Fischvergiftung am Straßenstand, Usw. usw. Ich hatte letztlich immer ein Dach über dem Kopf, aber irgendwann ist das nicht mehr lustig.

Soweit für heute. Jetzt gehe ich ins berühmte hiesige Theater. Es gibt Flamenco. Die Hommage an Paco de Lucía findet leider erst nächsten Samstag statt.





Mittwoch, 9. März 2016

Nachdem die Revolution triumphierte....

... sind nun schon mehr als 57 Jahre vergangen. Fidel wird im Sommer 90.

Noch immer gibt es aber offizielle Sprachregelungen. Am 5. zum Beispiel war das Hauptereignis in den Nachrichten ein Gedenktag, von dem in Europa sicherlich niemand Notiz genommen hat: der dritte Todestag von Hugo Chávez. Interessant ist nun: offensichtlich ist der garnicht so richtig tot, sondern nach einer mehrfach wiederholten Formulierung nur “physisch verschwunden“. Niemals geht man so ganz, das wusste schon Trude Herr. Aber auch der alternde Kommunist scheint Trost in dem Gedanken zu finden, dass auch nach dem Tod noch etwas zurückbleibt.

Am Folgetag war ich in Santa Clara im Che-Guevara-Mausoleum. Außen eine Orgie in Beton, innen aber durchaus würdevoll gestaltet.  Vor allem überraschte mich, das die Exponate auch den Menschen zeigen, nicht nur den Revolutionshelden: der zweijährige Ernesto auf dem Töpfchen , das Grundschulzeugnis (schon im zweiten Schuljahr rutschte er in Betragen auf “deficiente“ ab), die Approbationsurkunde.

Auf dem Hinflug hatte Iberia den wunderbar abgedrehten - und dann wieder überraschend ernsten - Indien-Film “The Darjeeling Limited“ im  Programm, so dass ich gedanklich noch an meine letzte Reise anknüpfen konnte. Es lassen sich auch ein paar Parallelen zwischen Indien und Kuba ziehen: Fahrradrikschas allerorten, Pferdefuhrwerke auf der Autobahn, fliegende Händler. Insgesamt überwiegen aber die Unterschiede.

Am . Anreisetag warf ein bedeutendes Ereignis seine Schatten voraus:


Der Besuch Obamas wurde zumindest an diesem Tag nicht erwähnt. Zurzeit gibt es einen anderen  Gegner:

Da brauchen wir zum Abschluss doch noch eine romantische Szene:




Sonntag, 28. Februar 2016

Test

Es scheint noch zu funktionieren!

Dienstag, 19. Januar 2016

Von 35 auf - 5°

Verlängern in Goa ging natürlich nicht, und so sind wir seit anderthalb Wochen wieder in Dortmund.

Ich kam mit sehr kurzen Haaren zurück, denn der Meister im Friseursalon “Ave Maria“ ging mit großem Eifer zu Werke:


Wir erholten uns an wundervollen Stränden 

 mit prachtvollen Sonnenuntergängen.


In der Hauptstadt Panjim gab es zum Abschluss noch das koloniale Erbe zu bestaunen.



Zur Reakklimatisierung waren wir am letzten Sonntag schon in Winterberg. 

Jetzt bin ich aber erstmal in Dortmund. Lasst von Euch hören!

Hans

Montag, 4. Januar 2016

O melhor Hotel Marigold

Auch die längste Reise geht einmal zuende, und das letzte Ziel ist erreicht: Goa. Im südlichen Teil von Indiens kleinstem und zweitjüngsten Bundesstaat wohnen wir in der Nähe des beschaulichen Benaulim-Strandes.
Alles ist auch russisch beschildert, in diesem Teil von Goa dominieren aber Gäste, die mindestens zehn Jahre älter sind als wir und offensichtlich nicht ihren ersten Winterurlaub hier verbringen. Kurz: Die Idee zu “Best Exotic Marigold Hotel“ kann eigentlich nur hier entstanden sein.
Daneben gibt es zahlreiche indische Touristen aus nahezu allen Bundesstaaten. In großen Gruppen und Familienverbänden bevölkern sie bei Sonnenuntergang den Strand.
Im Hinterland gibt es noch sehr viel Wald und entsprechend einen großen Vogelbestand.Die Orte platzen nicht aus allen Nähten, und es gibt zahlreiche propere Anwesen.
Da trotz starker Zuwanderung aus den Nachbarstaaten immer noch ein Viertel der Einwohner Christen sind, kann dei Weihnachtsdeko an den Häusern und in den Vorgärten mit derjenigen daheim locker mithalten.

Im Gegensatz zum restlichen Indien lebt es sich hier also sehr entspannt, und wir würden gern noch ein paar Tage dranhängen.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Wärmflasche

Zurück in Bhaktapur,  mit 1300 m der höchstgelegene Ort unserer Gruppenreise. Nach einer neunstündigen Busfahrt erreichten wir ein geschmackvolles Hotel in einem Altbau, der das Erdbeben glücklicherweie überstanden hat. Leider sind die Zimmer eiskalt, und erstmals stehen keine Zusatzdecken zur Verfügung, stattdessen werden Wärmflaschen aufs Zimmer gebracht.

Es gibt wieder soviel Benzin, dass wir für die Fahrt durchKathmandu zwei Stunden benötigt haben. Gas dagegen ist nach wie vor sehr knapp, eine Flasche übli her Größe kostet auf dem Schwarzmarkt 70 $. Dementsprechend gibt es nach wie vor nur ein eingeschränktes Speiseangebot.

In Bhaktapur ist der Wiederaufbau der Tempel seit Oktober erkennbar vorangeschritten. Anders sieht es bei den Wohnhäusern aus. Die Eigentümer müssen 80% der Wiederaufbaukosten selbst aufbringen und zusätzlich verschärfte Bauvorschriften einhalten. Dazu ist natürlich kaum jemand finanziell in der Lage. Entsprechend haben wir im Zentrum von Bhaktapur nur eine Baustelle für ein Privathaus gesehen.

Ich als Tourist konnte mich auch beim zweiten Mal an den wundervollen Holzschnitzereien an den stehen gebliebenen Gebäuden erfreuen.

Inzwischwn sind wir wieder in Kathandu. Morgen steht noch die alte Königsstadt Patan auf dem Programm. Den Jahreswechsel werden wir dann vermutlich verschlafen - abends gibt es hier einfach keinen warmen Ort.